Wir werden einen Mann dieser Art, dieses Charakters, dieser Beharrlichkeit und auch dieser Fähigkeit zum Spott im richtigen Moment, nicht wieder bekommen. Viele von uns trauern um einen Freund. Auch um einen Weggefährten, auch um ein Vorbild. Er fehlt uns. Nicht nur als Publizist. Aber als Publizist auch.
Wer in Alexander Kluges Büchern blättert oder sich auch nur einen Eindruck von seinen Film- und Fernseharbeiten verschafft, wird schnell realisieren, daß er es mit einem Werkgebilde zu tun hat, dessen einzelne Teile keinem Gattungsbegriff zuzuordnen sind.
Wenn ich vom Teufel spreche, bewege ich mich als Autor zwischen vertrauenswürdigen Autoren: Bei Ovid gibt es die Unterwelt, bei Goethe Mephisto. E.T.A. Hoffmann spricht vom Teufel, ein Autor wie Luther hat ein Tintenfass nach ihm geworfen.
Wenn ich viele Gefährten habe, dann kann ich von einer Enzyklopädie sprechen. Wenn ich noch ein bisschen auf Spähtrupp bin, alleine, dann heißt es, vorsichtiger zu sein. Wir arbeiten wie Geographen an Landkarten, aber es sind Landkarten der Erfahrung, die auch die innere Stimme mit berücksichtigen. Das ist Erzählen.
Die Rede wurde Samstag in Darmstadt in leicht gekürzter Version und mit spontanen Hinzufügungen gehalten!
Der Schriftsteller und Filmregisseur Alexander Kluge ist mit dem wichtigsten deutschen Literaturpreis, dem Georg-Büchner-Preis der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, ausgezeichnet worden.
Gebundene Ausgabe: 276 Seiten Verlag: Suhrkamp; Auflage: 2., Aufl. (September 2003)
Nach dem Assessorexamen studierte Kluge neben Jura auch Geschichte und Kirchenmusik, zum Teil bei Adorno, dessen Schule der Kritischen Theorie er sich auch bis heute verpflichtet zeigt - allerdings ohne deren Kulturpessimismus zu teilen. "Alle Filme sind Überlebensfilme", hieß es in einem der Manifeste, mit denen er und seine Mitstreiter in den sechziger Jahren Papas Kino zu Grabe trugen. "Alle Gefühle glauben an ein Happy End".
Leseprobe aus Kluges Fernsehen; hg. v. Christian Schulte und Winfried Siebers
Alles, was wir über die Welt wissen, wissen wir durch die Massenmedien, sagt Niklas Luhmann. Was verraten die Fernsehbilder des Krieges darüber, wie sich die Welt im Augenblick verändert?
Einen ganz anderen Weg geht Alexander Kluge, der mit seiner Firma dctp den öffentlich-rechtlichen Redakteuren seit fast 15 Jahren vormacht, wie man ausgerechnet im Kommerzfernsehen geradezu maßlos anspruchsvolles Kulturprogramm senden kann.
Aus: Die Kunst, Unterschiede zu machen, S. 59 
Gespräch mit Dr. Christian Schulte über "Fact & Fakes" Fernseh-Nachschriften von Alexander Kluge
Der gemeinsam von der Lessing-Akademie Wolfenbüttel und der Stiftung NORD/LB-ÖFFENTLICHE vergebene "Lessing-Preis für Kritik" 2002 ergeht an den Schriftsteller und Filmemacher Alexander Kluge. Darauf hat sich die Jury in einem einmütigen Urteil verständigt.
Eigentlich dürfte es ein Phänomen wie Alexander Kluge nicht geben. Nicht in der deutschen Fernsehlandschaft. Alles, was man im Fernsehen nicht machen darf, macht Kluge.
Über Alexander Kluges Kulturmagazine
Porträt des Senders XXP von Christian Schulte
"ruf ihn doch mal an!", hat er gesagt, und sie: da sei nichts dabei, "es ist ganz einfach. du nimmst eine rolle ein. du stellst ihm aus einer position fragen. eine position, die einem postindustriellen prototypus entspricht. und er wird antworten." so das projekt "telefonieren mit kluge" der zeitschrift spector.
Kluges Fernsehen, Echtzeit der Gefühle (Lesung mit Hannelore Hoger und Alexander Kluge), Die Artisten in der Zirkuskuppel: ratlos, Der Angriff der Gegenwart auf die übrige Zeit
dctp-Chef Alexander Kluge will den Zuschauern mehr zutrauen als mancher Senderboss. Etwa mit seinem "Metropolen Programm" XXP. Im Frühjahr hofft er auf einen Kabelplatz in NRW.
Der in München lebende Schriftsteller und Filmkünstler Alexander Kluge nimmt heute Abend in der Stuttgarter Musikhochschule den mit 40 000 Mark dotierten Schillerpreis des Landes Baden-Württemberg entgegen.
Mit dem Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis für Fernsehjournalismus werden in diesem Jahr drei Journalisten und Autoren aus der Generation von Hanns-Joachim Friedrichs ausgezeichnet, die deutsche Fernsehgeschichte geschrieben haben: Günter Gaus (71), Alexander Kluge (69) und Gerd Ruge (73).

XXP

Am 7. Mai 2001 starten Alexander Kluge und die dctp zusammen mit SPIEGEL TV den Fernsehsender XXP.
Aus: Der unterschätzte Mensch, Band 2 / S. 719
Hans Magnus Enzensberger hat festgestellt, daß die Texte von Alexander Kluge ihre Wurzel in der gesprochenen Welt, der oralen Tradition, haben. Sie beruhen auf Dialog und verwirklichen sich im Ohr.
Was hat Breitbandfernsehen mit Oper zu tun? Was Till Eulenspiegel mit medialen Darstellungsformen? Was Ovid mit dem World Wide Web? Der Kulturoptimist Alexander Kluge stellt die Vernetzungen her. Das Gespräch führte Daniel Weber.
Es ist eine große Ehre für meine Arbeit, dass die Jury einen sehr ungewöhnlichen Schritt getan hat und mir diesen großen Bremer Literaturpreis ein zweites Mal verleiht.
Die "Chronik der Gefühle" kann man als Ihr literarisches Lebenswerk bezeichnen, sie umfaßt 2000 Seiten, davon sind 800 Seiten in den letzten Jahrzehnten veröffentlicht worden: Die "Lebensläufe", "Lernprozesse mit tödlichem Ausgang", "Schlachtbeschreibung" und "Unheimlichkeit der Zeit." Welche Frage verklammert dieses Opus Magnum?
Ein Gespräch mit Christian Schulte und Rainer Stollmann. Merve Verlag, Berlin 2001.
Nach gut zwanzigjährigem Schweigen als Erzähler legt Alexander Kluge jetzt ein kolossales Prosawerk vor: Die zweibändige "Chronik der Gefühle" ist ein epischer Kraftakt - und der so kühne wie fragwürdige Versuch, unsere Gegenwart in der Geschichte zu spiegeln.
Mit zahlreichen Fotos. 2 Bände im Schuber. Band I: Basisgeschichten. Band II: Lebensläufe
Alexander Kluges Fernsehproduktionen. Von Matthias Uecker
In Ihrem erzählerischen Gesamtwerk Chronik der Gefühle spielen Katastrophen als Testfälle für menschlichen Eigensinn und Relationen zu menschlicher Lebenszeit eine große Rolle. Was fällt ihnen ein, wenn Sie in den Medien mit Desastern wie der brennenden Concorde, der versenkten Kursk oder dem Inferno am Kitzsteinhorn konfrontiert werden?
Gespräche mit Heiner Müller. Veröffentlicht in Frankreich unter diesem Titel.  éditions THEATRALES, Paris 2000.
(Contemporary Film and Television Series) Von Peter C. Lutze 
With this translation of Learning Processes with a Deadly Outcome, a novella first published in German in 1973, one of Kluge’s most important literary works becomes available to an English-speaking audience for the first time.
Um die Orestie als Darstellung der "Geburt der Demokratie" (P. Stein) zu rechtfertigen, muß man, sagt Heiner Müller, viel verdrängen, etwa die Opferung Iphigenies oder die weibliche Rebellion Elektras.
Gespräch mit Alexander Kluge (Das Interview erschien in: Die WochenZeitung (WoZ), Nr. 1/2 (1994). Von Astrid Deuber-Mankowsky / Giaco Schiesser 
15 Vorschläge zum Unterscheidungsvermögen. (Mit Oskar Negt) Gebundene Ausgabe: 339 Seiten Verlag: Fischer (S.), Frankfurt (1992)
Aus: Oskar Negt/Alexander Kluge - Maßverhältnisse des Politischen, 15 Vorschläge zum Unterscheidungsvermögen, S. 50-53 
10 Kulturmagazine des Formats News & Stories wurden im Jahr 1991 im deutschen Fernsehen ausgestrahlt.
Alexander Kluge hat im Zeitraum von 1990 bis 1995 etwaige Gespräche mit Heiner Müller geführt. Diese liefen im Fernsehen als Kulturmagazine der dctp: 10vor11, News & Stories und Primetime.
Im Jahr 1990 wurden die ersten Prime Time Spätausgaben im deutschen Fernsehen ausgestrahlt. Insgesamt 10 Kulturmagazine wurden zwischen Juni und Dezember produziert und gesendet.
Neun Formate des Kulturmagazins wurden in seinem ersten Jahr ausgestrahlt. Die Titel waren: Die Maus und andere Geschichten, Die Guillotine, Vor Abfahrt des Zuges, "Nordwest-Passage", Die letzen 20 Sekunden lügen nie., Frau mit Eigenschaften, Der chinesische Thermidor, "Die ersten 140 Takte der Walküre" und Zeitenwechsel (rasch).
Seit Firmengründung im Jahre 1988 ist dctp, die DEVELOPMENT COMPANY FOR TELEVISION PROGRAM mbH, eine Plattform für unabhängige Dritte im deutschen kommerziellen Fernsehen. Sendestart war mit dem Kulturmagazin TEN TO ELEVEN am 2.5.1988 auf RTL.
in Fragment Heinrich von Kleists lautet: "Man könnte die Menschen in zwei Klassen abteilen; in solche, die sich auf eine Metapher und 2) in solche, die sich auf eine Formel verstehn. Deren, die sich auf beides verstehn, sind zu wenige, sie machen keine Klasse aus." Diese wenigen, so möchte ich sagen, sind die wahren Autoren. Zu ihnen rechne ich den Autor Alexander Kluge.
Laudatio von Helmut Heißenbüttel bei der Verleihung des Kleist-Preises an Alexander Kluge und Kluges Dankesrede. Die Preisverleihung war am 21. November 1985 in Berlin.
Ein Episodenfilm, der "Abschied nimmt vom klassischen Kino" (A. Kluge). Splitter der Wirklichkeit, die aber doch allesamt streng den einen Gedanken verfolgen, wie ein einziger Augenblick alles Vorher und Nachher verschlingen kann. Da ist die Tochter eines Pförtnerehepaars in Warschau, die sich einem deutschen Soldaten hingibt, um die Schätze der polnischen Filmgeschichte zu retten.
Eine kritische Auseinandersetzung mit den »neuen« Medien. (mit Klaus von Bismarck, Günter Gaus und Ferdinand Sieger)